Impressionen 2022/23

Simon Beckett (Witten)

Um ein Haar hätte die Lesung mit Simon Beckett erneut nicht stattfinden können, da sein Linienflug aus London, aufgrund eines Unwetters, zunächst nicht abheben konnte. Geschlagene 2,5 Stunden später hatte Petrus dann aber doch ein Erbarmen mit dem britischen Schriftsteller und seinen zahlreichen Fans in Witten, die teilweise schon seit 2020 Tickets besaßen. Im Saalbau Witten schloss sich daher endlich ein Kreis, der coronabedingt lange auf seine Vollendung hatte warten müssen und schon nach wenigen Sekunden war allen Beteiligten klar, dass sich das Warten vollumfänglich gelohnt hatte. Mit einem Applaus der Erleichterung begrüßten die Zuschauer den international erfolgreichen Bestsellerautoren und Erleichterung war es auch, die sich in Simon Beckets Gesicht wiederspiegelte.

Von einem famos agierenden Moderator Günter Keil des Öfteren zum Lachen gebracht, geriet der Stargast schnell ins Plaudern und erzählte u.a. über die beschwerliche Anreise, die lange kultivierte Vorfreude auf den Abend, seine Arbeitsweise und diverse Schreibprozesse sowie die damit einhergehenden Selbstzweifel, die offensichtlich auch vor einem Startautoren nicht halt machen. Ein Dankeschön formulierte Simon Beckett daher an seine Frau, die "das zweifelhafte Vergnügen" habe seine Texte stets als Erste zu lesen. So entwickelte sich ein ungemein kurzweiliger Abend, der immer wieder von perfekt inszeniertem Nervenkitzel durchbrochen wurde, sobald es zur eigentlichen Lesung kam. Vorgetragen von der "geilsten Stimme Deutschlands", wie Günter Keil den Schauspieler Joe Bausch ankündigte ging es an einen alptraumhaften Tatort aus dem Buch "Die Verlorenen" und so manch einem im Saal stockte bei der detaillierten Schilderung der Atem. Als Simon Beckett dann in der zweiten Hälfte auch noch einen exklusiven Ausschnitt aus dem nächsten David Hunter Fall präsentierte (Erscheinungsdatum Frühjahr 2024), war der Abend spätestens rundum gelungen, wie auch an den langen Schlangen an den Bücher- und Signiertischen abzulesen war.

(c) WLB/Marian Heuser