Impressionen 2022/23

Jean-Luc Bannalec (Unna)

Malerische Landschaften, betörende Farbenspiele, duftende Speisen und ein Verbrechen. Was die rund 600 Zuschauer:innen bei der Lesung mit Jörg Bong, besser bekannt als Jean-Luc Bannalec, am Samstag in der Erich-Göpfert Stadthalle Unna geboten bekamen, war eine Reise für die Sinne und eine Liebeserklärung an die Bretagne.

Im hohen Norden Frankreichs, zwischen großen Meeresarmen, wildem Atlantik und betörenden Apfelwiesen ermittelte Kommissar Dupin in Bannalecs neustem Werk "Bretonische Nächte", gelesen von Kabarettisten Fritz Eckenga, der mit seiner ihm eigenen Ruhrpott-Sprache einen angenehmen Kontrast schuf und damit gut zu unterhalten wusste. Dem stand Moderatorin Margarete von Schwarzkopf, langjährige Freundin Jörg Bongs und ebenfalls Bretagne-Fan, in nichts nach und so entlockte sie dem Bestsellerautoren auf humorvolle, wie charmante Weise allerlei privates und bisweilen auch poetisches. So gab Jean-Luc Bannalec beispielsweise zu Protokoll: "Ich bin nur die Schreibmaschine und die Orte, an denen ich recherchiere, tippen auf mir." So entwickelte sich ein harmonischer und launiger Wechsel aus Interview und Lesung, Schwärmerei und Kriminalfall. Es verwunderte daher nicht, dass die Lesung letztendlich 30 Minuten länger andauerte als ursprünglich geplant und trotzdem als kurzweilig empfunden wurde. Überlänge hatte am Ende dieses rundum gelungenen Abends schließlich auch der Applaus im Saal und die Schlange am Signiertisch.

(c) WLB/Marian Heuser