Impressionen 2022/23

Tagung "Zur Ästhetik des Kriminalromans" (Kreis Unna)

Unter dem Motto „Öffentlichkeit trifft Literatur trifft Wissenschaft setzte "Mord am Hellweg" anlässlich seines 10. Jubiläums im Herbst 2022 neue Akzente im Diskurs um den Kriminalroman. Letztes Wochenende fand nach zweimaligen Verschiebungen nun endlich die öffentliche Tagung "Zur Ästhetik des Kriminalromans" statt, und zwar zwei Tage lang im idyllisch gelegenen Haus Opherdicke in Holzwickede im Kreis Unna. Zum hochkarätig besetzten Kolloquium kamen Literaturwissenschaftler-, Literaturkritiker- und Autor:innen sowie an der Thematik Interessierte aus aller Welt. Freitag- und Samstagabend sowie Sonntagmittag gab es zudem noch hochkarätig besetzte Lesungen mit Tagungsteilnehmer:innen wie Dror Mishani (Israel), Ivy Pochoda (USA), Merle Kröger (Deutschland), Elisabeth Herrmann (Deutschland), Bernhard Aichner (Österreich) oder Garry Disher (Australien).

Die Tagung war, so einhellige Meinung der gut 45 Tagungsteilnehmer:innen ein voller Erfolg! Und dies nicht nur wegen der schönen Atmosphäre des Tagungsortes oder der guten Gespräche beim Après Crime nach den offiziellen Tagungsveranstaltungen an der Bar des Tagungshotels, die jeweils bis weit nach Mitternacht dauerten – sondern in erster Linie wegen der vielen spannenden Paneldiskussionen und Austausche zwischendurch. Mit der Fachtagung wollte das Festival die Diskussion über die Qualität der Gattung, ihre Anerkennung und/oder mindestens stärkere Rezeption in der Wissenschaft und ihren Platz in der Literaturwelt entfachen. Alle, die dabei waren, waren sich einig. Die Tagung hat ihren Zweck erfüllt, erste Impulse für die Weiterentwicklung der ästhetischen Möglichkeiten und gegebenenfalls Erfordernissen des Kriminalromans sowie seiner Wahrnehmung in Öffentlichkeit und Wissenschaft gegeben zu haben. Wer nicht dabei war, hat vieles verpasst.

Kurator Oliver Bottini fasste sein Urteil über die beiden Tage so zusammen: "Genau so habe ich mir unsere Tagung zur Ästhetik des Kriminalromans vorgestellt: Internationale AutorInnen, KritikerInnen und WissenschaftlerInnen liefern sich anregende, spannende, gelegentlich kontroverse Diskussionen auf hohem Niveau, die sicher nicht nur mir eine ganze Reihe neuer Erkenntnisse gebracht haben. Und alles perfekt organisiert von Mord am Hellweg - ich bin rundum zufrieden!" Der andere Kurator Thomas Wörtche kam zu einem identischen Fazit: "Es war eine Tagung, die wirklich etwas gebracht hat. Spannende Diskussion ohne Commonsense-Zwang, aber auf hohem Niveau. Ideen und Anregungen zuhauf. Internationale Autor:innen., Literaturwissenschaftler*innen und Kritiker*innen – fruchtbare Dialoge über die jeweiligen Tellerränder hinaus, zudem intensives Networking. Dazu ein großartiges Ambiente und eine hervorragende Organisation. Eine Bereicherung für mich – im entspannten Modus." Natürlich müssen und sollten die behandelten Themen vertieft werden. Daher ist Fortsetzung unbedingt erwünscht, wo und von wem organisiert auch immer! Fest steht, dass die Paneldiskussionen aufgezeichnet wurden; zur gegebenen Zeit wird überlegt werden, wann und in welcher Form sie öffentlich gemacht werden.

Ein großer Dank geht an unseren Kooperationspartner, den Kreis Unna, der nicht nur seinen Kulturort, Haus Opherdicke als Tagungsort zur Verfügung stellt, sondern mit seinem Team vom Kulturamt des Kreises auch die komplexen organisatorischen Tagungsabläufe ermöglichte und unterstützte. Dank auch an das Tagungshotel, dem Ringhotel Katharinen Hof in Unna, das die Bar extra für die Tagung über die übliche Zeit hinaus großzügig öffnete.

© mordamhellweg