Impressionen 2022/23

Morden im Norden (Selm)

Bei "Morden im Norden" gab es kein Halten mehr als der Hamburger Shantychor De Tampentrekker auf das Schweden Duo Peter Mohlyn & Peter Nyström, Christiane Franke und Cornelia Kuhnert sowie auf die für Katharina Peters eingesprungene Linn Greve trafen. Gemeinsam boten Sie dem Publikum Unterhaltung vom Feinsten. Gekonnt und humorvoll manövrierte der Bremer Krimiautor und Kapitän des Abends, Jürgen Alberts durch das Programm und entlockte den Autor:innen so manches hintergründige, etwa warum Linn Grewe jetzt unter einem zweiten Pseudonym "Mord in der Hafencity" schreibt. Das geschah auf Wunsch des Verlages, der auch den ursprünglichen Titel veränderte. Der Auftritt des Duos Christiane Franke und Cornelia Kunert war Ohnesorg-Theater reif, als sie im Duett Ausschnitte aus ihrem neuesten Krimi "Der Fall Vera Malottke" performten.

Peter Mohlyn und Peter Nyström, die erstmalig auf einem deutschen Krimifestival zu Gast waren, und von Jürgen Alberts liebevoll Peter 1 und Peter 2 genannt wurden, erzählten dem Publikum, wie sie ihre Krimis zusammen schreiben, die Texte auf eine Google-Plattform einstellen und der andere kommentiert oder korrigiert, aber entschieden wird gemeinsam. Sie sind gute Freunde, die gemeinsam in einer schwedischen Kleinstadt aufwuchsen und bereits mit 10 Jahren ihre ersten Texte gemeinsam schrieben. Obwohl Sjöwall und Walhöö ihre Vorbilder waren, haben sie einen Kommissar geschaffen, der gut gelaunt, gut gekleidet, gebildet ist und nicht trinkt. Till Beckmann las die Passagen aus "Die andere Schwester" sehr eindrucksvoll und nahm die Zuhörerinnen mit.
Den Abschluss des literarischen Programms bildete ein Rausschmeißer-Text, verfasst von Marita und Jürgen Alberts, gelesen im Duett von Christiane Franke und Jürgen Alberts. Zu Beginn und nach den Lesungen brillierten De Tampentrekker mit beliebten Shantys oder humorvollen Einlagen und rissen das Publikum nahezu von den Stühlen. Ein rundum gelungener Abend mit Bombenstimmung, den die Shantys mit einem Leid von Rio Reiser beenden wollten, dann aber um eine Zugabe mit "Drunken Sailor" nicht herumkamen.

Ein herzlicher Dank geht an das Team von der Bibliothek in Selm, das die Veranstaltung bestens vorbereitet hatte.

© mordamhellweg