Impressionen 2022/23

Die große 20er Jahre Kriminacht (Erwitte)

Das Licht wurde gedimmt, das Glitzer der Discokugel begann zu tanzen, die Musik setzte ein. Im Städtischen Gymnasium in Erwitte wurde das Publikum gestern Abend in die Zeit der sogenannten Goldenen Zwanziger mitgenommen. Stimmungsvoll durch den Abend führte der Krimiautor und Journalist Peter Godazgar, der die Krimiautor*innen Thomas Ziebula, Britta Habekost, Michael Jensen und das Autorinnenpaar Charlotte Blum nacheinander zu sich auf die Bühne bat und mit ihnen u. a. über Hintergrundgeschichten ihrer Romane ins Gespräch kam. Thomas Ziebula sprach darüber, dass es eine gewisse Begeisterung für das Gestern und Vorgestern brauche, um einen in Berlin zurzeit des Kapp-Putsches angesiedelten Roman wie "Engel des Todes" zu schreiben. Britta Habekost ließ die 20er Jahre in "Melodie des Bösen" in Paris wieder aufleben. Michael Jensen strickte in "Blutige Stille" die Geschichte der berühmten Berliner Brüder Sass weiter. Regine Bott und Dorothea Böhme ließen gemeinsam als Charlotte Blum das Fräulein von Amt in Baden-Baden ermitteln und gaben u. a. preis, dass das Foto ganz vorne im Buch die Großmutter von Regine Bott sei, die ebenso ein Fräulein vom Amt gewesen war. Einmal von der thematischen und lokalen Vielfalt abgesehen – das Publikum war besonders davon angetan, wie faszinierend die Autor:innen ihre Textproben vortrugen. Den entsprechenden musikalischen Rahmen mit Ohrwürmern wie "Mackie Messer", "Le petit fleur", "Was kann der Sigismund dafür" oder auch "Was eine Frau im Frühling träumt" schaffte das siebenköpfige Bohème Ensemble unter der Leitung von Friedrich Kuhlmann, das vom Publikum nicht nur zum Schluss ebenfalls großen Applaus verbuchen konnte. Was für ein wunderbarer nostalgischer Abend!

Ein großer Dank für diesen gelungenen Abend geht an alle Beteiligten, insbesondere an unseren Kooperationspartner, den Kulterring Erwitte.

© mordamhellweg

© Kulturring Erwitte