Das Festival

Ehrenglauser 2017 für die Festivalleitung

Der Ehrenglauser 2017 geht an Sigrun Krauß und Herbert Knorr. Das SYNDIKAT hat die Festivalleitung von "Mord am Hellweg" für ihr Engagement in der Kriminalliteratur ausgezeichnet.

Einmal im Jahr verleiht das SYNDIKAT, die Autorengruppe der deutschsprachigen Kriminalliteratur, den Ehrenpreis für besondere Verdienste um den deutschsprachigen Kriminalroman. 2017 hat die Jury des SYNDIKATs den Ehrenglauser nun den Gründern und Leitern des größten europäischen Krimifestivals "Mord am Hellweg", Sigrun Krauß und Herbert Knorr, in Würdigung ihres Engagements für die Kriminalliteratur zuerkannt.

Der Ehrenglauser 2017 wird am Samstag, dem 6. Mai 2017 während der 31. CRIMINALE, dem Jahrestreffen des SYNDIKATs, in Graz (Österreich) an Sigrun Krauß und Herbert Knorr überreicht. Der Preis ist nicht dotiert und versteht sich als Ehrung der Autoren für Arbeit und Werk einer Kollegin oder eines Kollegen und ist einer der bedeutendsten Preise, die im Bereich der deutschsprachigen Kriminalliteratur vergeben werden. U. a. anderen haben diese Auszeichnung bisher erhalten: Felix Huby, Fred Breinersdorfer, Jacques Berndorf, Ingrid Noll, Sabine Deitmer, Doris Gerke, Rutger Booß, Jürgen Kehrer, Hajo Emons oder Herbert Reinecker.

Begründung der Jury:
"Die Zahlen von 2016 sprechen für sich: Mehr als 28.000 Besucher, 225 Veranstaltungen, in denen 174 Krimiautorinnen und -autoren sowie über 400 weitere Mitwirkende rund 600 Stunden Programm gestalteten – "Mord am Hellweg" ist nicht nur das größte, sondern auch das innovativste europäische Krimifestival. Kein anderes Festival entwickelt eine derartige Strahlkraft, die weit über die Hellweg-Region zwischen Lünen und Lippstadt, Sauerland und Datteln-Hamm-Kanal hinausreicht. Alle zwei Jahre kommen deutschsprachige und internationale Bestsellerautoren und Newcomer an den Hellweg, um das Publikum in ihre Krimi- und Thrillerwelten zu entführen. Ob im Bergwerk unter Tage, im Tresorraum einer Bank, in einer Kapelle, auf einem Schiff oder im Zug – "Mord am Hellweg" präsentiert Krimi-Events fernab der üblichen Lesungsroutine.

Im Jahr 2002 haben Herbert Knorr und Sigrun Krauß das "Mord am Hellweg"-Festival als Biennale konzipiert und seitdem stetig weiterentwickelt. Zum Erfolg beigetragen haben die parallel zum achtwöchigen Live-Event erscheinenden "Mord am Hellweg"-Krimianthologien, in denen renommierte Krimiautorinnen und -autoren für die mittlerweile 30 kooperierenden Städte und Gemeinden mit blutrotem Lokalkolorit gefärbte Geschichten schreiben. Und seit 2008 vergibt "Mord am Hellweg" auch einen Krimipreis, den mit 11.111 Euro dotierten "Europäischen Preis für Kriminalliteratur", ein Publikumspreis, über den die Festivalbesucher entscheiden."

Die Festivalleitung freut sich sehr über die Ehrung: "Wir verstehen die Auszeichnung als Bestätigung unserer langjährigen Arbeit, die dazu geführt hat, dass Europas größtes internationales Krimifestival weit über die Grenzen der Region, NRWs und sogar Deutschlands bekannt wurde und zum Vorbild für andere Krimifestivals wurde. Wir werden den Preis in Graz als Aufforderung und Aufgabe entgegennehmen, auch in Zukunft mit der Ausrichtung des Festivals weitere kreative Akzente für die Verbreitung von Kriminalliteratur zu setzen, die ebenfalls beispielhaft für andere sein können."

Sigrun Krauß wurde 1957 in Großburgwedel geboren. Sie studierte Anglistik, Amerikanistik und Romanistik in Mainz und arbeitet seit 1990 als Bereichsleiterin Kultur bei der Stadt Unna, wo sie für zahlreiche kulturelle Projekte verantwortlich zeichnet.

Herbert Knorr wurde 1952 in Gelsenkirchen geboren. Er promovierte in Literaturwissenschaft und ist seit 1994 Leiter des Westfälischen Literaturbüros in Unna e. V. Neben zahlreichen Sachbüchern, Herausgeberschaften, Hörstücken, Krimis und Kurzkrimis veröffentlichte der Literaturmanager und Autor unter dem Pseudonym Chris Marten im Lübbe Verlag zwei Thriller. Zuletzt erschien von ihm 2016 die Ruhrgebietskrimigroteske "Schitt häppens. Mord und Totschlach im Pott".